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Top-Ten Fragen zum Beschäftigungsbonus

News vom 30.6.2017

Die Regierung hat am Donnerstag die Richtlinien für den Beschäftigungsbonus beschlossen. Nun wurden auch die nötigen technischen Voraussetzungen geschaffen, um den Beschäftigungsbonus beantragen zu können.

Die Top-Ten Fragen zum Beschäftigungsbonus beantworten wir Ihnen nachstehend:

Frage 1: Wer kann den Beschäftigungsbonus beantragen?

Unternehmen, die ab 1.7.2017 einen neuen Arbeitsplatz schaffen, können den Beschäftigungsbonus beantragen. Dabei spielen Unternehmensgröße, Rechtsform und Branche keine Rolle, solange ein Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich vorliegt.

 Neugegründete Unternehmen oder Unternehmen, die aus einer Umgründung heraus entstanden sind, können grundsätzlich einen Antrag für den Beschäftigungsbonus stellen. Es hat hierbei ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu bestätigen, dass diese Neugründung nicht zur Umgehung von Förderungsbestimmungen erfolgt ist.

Bestehen Rückstände bei der GKK oder beim Finanzamt, ist eine Förderung von Vornherein ausgeschlossen.

 

Frage 2: Was wird gefördert? Was wird nicht gefördert?

Vom Dienstgeber bezahlte Lohnnebenkosten werden in der Höhe von 50 % auf Antrag einmal pro Jahr im Nachhinein durch die aws, der Förderbank der Republik Österreich, rückerstattet.

a) Zu diesen förderungsfähigen Lohnnebenkosten zählen: Beiträge zur Krankenversicherung, Pensionsversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und zur betrieblichen Mitarbeitervorsorge (BV-Beitrag), der Insolvenzentgeltzuschlag, der Wohnbauförderungsbeitrag, der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB), der Zuschlag zum Dienstgeberbei-trag (DZ) und die Kommunalsteuer.

b) Nicht förderungsfähig sind bspw der Nachtschwerarbeitsbeitrag, U-Bahn Steuer, Verzugszinsen, Säumniszuschläge, Verwaltungsstrafen, Beitragszuschläge und Ordnungsbeiträge.

 

Frage 3: Sind die förderungsfähigen Lohnnebenkosten betraglich begrenzt?

Ja, die Förderung der Lohnnebenkosten ist mit der „Jahres-ASVG-Höchstbeitragsgrundlage“ pro zu förderndem Arbeitsverhältnis gedeckelt. Dieser Jahreswert beträgt 2017 € 69.720,00.

Nicht förderungsfähig sind nach Angaben der aws Lohnnebenkosten, die …

a) … im Punkt b) der Frage 2 angeführt sind;

b) … bezüglich des zu fördernden Dienstverhältnisses über die Jahres-ASVG-Höchstbeitragsgrundlage hinausgehen.

 

Frage 4: Für welche Personen gilt der Beschäftigungsbonus?

Gefördert wird die Einstellung von folgenden Personen:

  • Arbeitnehmer die arbeitslos gemeldet sind oder sich beim Arbeitsmarktservice in Schulung befinden. Die bloße Vormerkung beim Arbeitsmarktservice ist nicht ausreichend.
  • Abgänger einer österreichischen Schule oder Hochschule (der Abgang von der Bildungseinrichtung darf nicht länger als 12 Monate zurückliegen). Die Ausbildung muss nicht mit einem Abschluss geendet haben. aws wird eine Liste der anerkannten Bildungseinrichtungen veröffentlichen.
  • Jobwechsler, die in den letzten 12 Monaten vor Beginn des zu fördernden DV in Österreich mindestens 4 Monate ununterbrochen erwerbstätig und voll- oder teilversichert pflichtversichert waren (auch geringfügig Beschäftigte im antragstellenden Unternehmen sind erfasst, solange sie 6 Monate zuvor nicht dort tätig waren).

Das Arbeitsverhältnis muss

  • Sozialversicherungspflichtig sein,
  • der Kommunalsteuer und
  • dem österreichischen Sozial- und Arbeitsrecht unterliegen und
  • mindestens 4 Monate dauern.

 

Frage 5: Spielt die Arbeitszeit der neu eingestellten Person(en) eine Rolle?

Es muss mindestens 1 neue Vollzeitbeschäftigung geschaffen werden. Laut den Förderrichtlinien der aws wird das Vollzeitvolumen generell mit 38,5 Stunden pro Woche angenommen.

Für Teilzeitbeschäftigte kann der Beschäftigungsbonus nur beantragt werden, wenn die Summe der neuen Teilzeitbeschäftigungen eine Vollzeitbeschäftigung ergibt.

 

Frage 6: Wie wird der Referenzwert bestimmt?

Die Referenzwertberechnung erfolgt in 2 Schritten:

Schritt 1: Die Beschäftigungsstände zu den folgenden 5 Stichtagen werden ermittelt. Diese Stichtage sind:

  • der Tag unmittelbar vor dem Eintrittsdatum des neuen DN
  • die Tage jeweils am Ende der letzten 4 Quartale vor dem Eintrittsdatum.

Schritt 2: Der höchste ermittelte Beschäftigtenstand ist der für die Förderung maßgebliche Referenzwert.

 

Frage 7: Wann wird der Beschäftigungsbonus ausbezahlt?

Die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus erfolgt 1 Jahr nachdem das zu fördernde Dienstverhältnis begann.

 

Praktisches Beispiel 1 zum Förderablauf

Schritt 1: Der 1. förderbare Vollzeit-DN tritt am 10.7.2017 in das Unternehmen ein, es ist eine GKK-Anmeldung zu erstatten.

Schritt 2: Der Online-Antrag für den Beschäftigungsbonus ist bei der aws innerhalb von max. 30 Kalendertagen bis spätestens 9.8.2017 zu stellen. Der Dienstgeber muss sich hierfür unter www.beschaeftigungsbonus.at registrieren.

Schritt 3: Der Beschäftigungsstand ist an den folgenden 5 Stichtagen zu ermitteln:

1. Stichtag: 9.7.2017, Beschäftigtenstand vor Eintritt des Dienstnehmers am 10. 7. 2017 = 8 Dienstnehmer

2. Stichtag: 30.6.2017 (letztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 7 Dienstnehmer

3. Stichtag: 31.3.2017 (zweitletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 9 Dienstnehmer

4. Stichtag: 31.12.2016 (drittletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 8 Dienstnehmer

5. Stichtag: 30.9.2016 (viertletztes Quartalsende vor Eintrittsdatum), Beschäftigtenstand = 6 Dienstnehmer

Als Referenzwert wird der höchste Wert (= 9 Dienstnehmer) herangezogen.

Schritt 4: Die erstmalige Abrechnung und Auszahlung des Beschäftigungsbonus erfolgt 1 Jahr nachdem das erste zu fördernde Dienstverhältnis begann.

Der Beschäftigtenstand zum Zeitpunkt der Förderungsabrechnung (10.7.2018) beträgt 10 Dienstnehmer. Die Förderung gelangt zur Auszahlung, da der Beschäftigtenstand über dem Referenzwert liegt und der förderbare Dienstnehmer ein Vollzeitäquivalent aufweist.

 

Frage 8: Ab wann ist ein Förderantrag möglich?

Ab 1.7.2017 kann ein Online-Antrag gestellt werden. Befristet ist dies vorerst auf 3 Jahre (nach 2 Jahren wird eine Evaluierung durchgeführt werden).

 

Frage 9: Welche Dienstnehmerdaten sind der aws bekannt zu geben?

Anlässlich der Antragstellung und der Abrechnung sind der aws folgende Dienstnehmer-Daten bekannt zu geben:

  • Vor- und Nachname
  • Geburtsdatum und Sozialversicherungsnummer
  • Eintritts- und Austrittsdatum
  • Beschäftigungsausmaß
  • Bruttogehalt/-lohn
  • Beitragsgrundlagen und Dienstgeberbeitragszahlungen
  • Je nach einzustellender Person: bisherige Versicherungszeiten oder Arbeitslosenstatus oder Besuchsbestätigung einer gesetzlich geregelten Ausbildung

Hinweis

Die Weitergabe von personenbezogenen Daten an die aws ist an die Zustimmung des Dienstnehmers gebunden. Diese Zustimmung ist vorab schriftlich einzuholen (zB durch eine entsprechende Ermächtigung im Dienstvertrag oder durch ein eigenständiges unternehmensintern erstelltes Formular).

 

Frage 10: Wie kann ein Antrag gestellt werden?

Dienstnehmer sind bevor der aws-Förderantrag gestellt wird, bei der GKK anzumelden. Binnen 30 Kalendertagen nach dieser GKK-Anmeldung ist ein Antrag bei der aws unter www.beschaeftigungsbonus.at zu stellen. Diensteber müssen sich hierfür bei der aws registrieren und einen Online-Antrag ausfüllen.

Beantragen Sie den Beschäftigungsbonus möglichst bald! Die Förderung ist nämlich mit 2 Milliarden Euro begrenzt und wenn der Topf leer ist, erhalten Sie keine Förderung mehr, selbst wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen!

 

Gerne unterstützen wir Sie bei der Stellung der Förderanträge! Für Fragen unserer Klienten sind wir gerne in Graz und in Rosental telefonisch unter 0316 386001 0 bzw per Mail unter graz@hoferleitinger.at erreichbar. Klienten der Steuerberatung Feldbach erreichen uns unter der Telefonnummer 03152 4167 0 bzw per Mail unter office@stb-feldbach.at.

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